13 Fra­gen – an Danie­la Schuh

2. Jul 2020

Danie­la Schuh ist 52 Jahre alt und führt gemein­sam mit ihrem Mann die Web- und Wer­be­agen­tur „Sple­ndid“. Sie emp­fin­det neben posi­ti­ven Aspek­ten auch die wirt­schaft­li­che Unsi­cher­heit und damit die feh­len­den Inves­ti­tio­nen vie­ler Unternehmen. 

 

(1) Erzäh­le etwas über Dich! Wo, wie und mit wem lebst Du?

Ich lebe gemein­sam mit mei­nem Mann Tom und mei­ner wei­ßen Schä­fer­hün­din Zuri in Darm­stadt Eber­stadt. Wir woh­nen und arbei­ten sehr idyl­lisch auf einem Gelän­de mit einer im 16. Jahr­hun­dert errich­te­ten, denk­mal­ge­schütz­ten Was­ser­müh­le, der Eschollmühle.

Was war

(2) Wie war Dein Leben, Dein All­tag VOR Corona?

Mit Sple­ndid Mar­ke­ting haben wir das große Glück Arbei­ten und Woh­nen unter einem Dach ver­ei­nen zu kön­nen. Das Jahr star­te­te eigent­lich ganz gut. Wir hat­ten bereits Aus­sicht auf meh­re­re tolle neue Web­sei­ten Pro­jek­te. Unse­re Pro­jekt­pla­nun­gen ter­mi­nie­ren wir immer mög­lichst prä­zi­se und auch vor­aus­schau­end. Nicht nur Tom und ich sit­zen regel­mä­ßig zusam­men, um die Pro­jek­te zu bespre­chen, son­dern auch unse­re Kun­den sind bei uns vor Ort für gemein­sa­me Bespre­chun­gen oder Schu­lun­gen. Ins­ge­samt war unser Tag vor Coro­na sehr struk­tu­riert und organisiert.

Was ist

(3) Was hatte sich seit der Qua­ran­tä­ne / im Lock­down für Dich ver­än­dert? Wel­che Ein­schrän­kun­gen hast Du erlebt?

In unse­rem gemein­sa­men Arbeits­wei­se hatte sich zunächst nicht so viel ver­än­dert. Wir sind es gewohnt, von zuhau­se und gemein­sam unter einem Dach zu arbei­ten. Wir gehen und gin­gen wei­ter­hin regel­mä­ßig mit Zuri spa­zie­ren … und wir haben das große Glück, einen Gar­ten zu haben, den ich nun dop­pelt zu schät­zen weiß. Im Ver­gleich zu ande­ren muss­ten wir wirk­lich mit weni­gen Ein­schrän­kun­gen leben.
Unse­re Kun­den waren sogar auf ein­mal deut­lich auf­ge­schlos­se­ner was die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on betrifft. Skype oder Zoom war vor­her auf­grund Akzep­tanz­schwie­rig­kei­ten kaum möglich.

Aber natür­lich mer­ken wir auch die wirt­schaft­li­che Unsi­cher­heit und damit die feh­len­den Inves­ti­tio­nen vie­ler Unter­neh­men. Inner­halb kür­zes­ter Zeit wur­den drei grö­ße­re Pro­jek­te stor­niert, bzw. auf Eis gelegt. Die finan­zi­el­le Unsi­cher­heit nagt schon sehr an mir.

(4) Wie sah ein GUTER Tag in die­ser (Coro­na-) Zeit aus?

Ich mache da eigent­li­che kei­nen Unter­schied zwi­schen guten Tagen mit oder ohne Coro­na­kri­se. Ein guter Tag ist einer an dem ich abends denke: JAWOLL! Das, was ich heute errei­chen woll­te, habe ich tat­säch­lich geschafft. Und das auch noch echt gut!
 
Dabei müs­sen die Ziele nicht immer nur beruf­li­cher Natur sein. Es kann auch die Zeit sein die ich mir für mei­nen Sport, Hund oder eine lie­bens­wer­te Per­son genom­men habe. Manch­mal ist auch nur die Tat­sa­che, dass ich den gan­zen Tag in mei­nen Gedan­ken über­wie­gend „posi­tiv“ blieb.
 
Und wenn an dem Tag dann auch noch schö­nes Wet­ter war, dann war es sogar ein per­fek­ter Tag!

(5) Wie sah ein schlech­ter Tag in die­ser Zeit aus?

Meist sind das Tage, in denen ich in blin­den Aktio­nis­mus ver­fal­le. Ich ver­su­che selbst­ver­ständ­lich, so wie natür­lich alle, die Krise posi­tiv zu nut­zen. Und so nehme ich an Online­kur­sen teil, betrei­be Recher­che wie zukünf­ti­ge Trends aus­se­hen wer­den, nehme an Zoom Mee­tings für krea­ti­ve Ideen­fin­dung teil, tau­sche mich mit ande­ren aus, wie man die Krise als Chan­ce nutzt, ent­wer­fe neue Kon­zep­te, um sie lei­der oft wie­der über Bord zu wer­fen … und am Ende des Tages: habe ich dann gar nichts vollbracht.

Außer, dass ich mich ver­rückt gemacht habe und schlecht drauf bin. „Habe ja wie­der mal nix heute auf die Reihe bekommen.“

Das ist ein ech­ter Zeit- und Energiefresser!

(6) Was for­dert Dich aktu­ell am meis­ten? Was ist Deine größ­te Herausforderung?

Fokus­siert zu blei­ben. Bei mir zu blei­ben. Ruhig zu blei­ben …
Sowohl was mei­nen Beruf angeht, als auch was das Leben mit mei­nen Mit­men­schen in und mit der Krise angeht.

Oft sage ich mir selbst: Es macht kei­nen Sinn, sich per­ma­nent zu sor­gen, denn diese Angst lähmt dich nur. Höre auf, zu schau­en, wie die ande­ren ihr Busi­ness mit und aus der Krise machen, denn sie haben even­tu­ell ganz ande­re Ziele als du.
Rege dich nicht dar­über auf, wie ande­re Men­schen mit der Krise umge­hen. Denn durch Deine Auf­re­gung wer­den sie ihren Umgang damit nicht ändern.

Allein bei mei­ner let­zen Fahrt mit den öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln muss­te ich ins­ge­samt fünf Mit­fah­rer darum bit­ten, einen Mund­schutz zu tragen…da rege ich mich bei­na­he schon wie­der auf…😉

(7) Wovon möch­test Du weni­ger / mehr?

Ich wün­sche mir wie­der mehr Leich­tig­keit. Ich ver­mis­se viele liebe Men­schen, die ich ansons­ten im All­tag regel­mä­ßig gese­hen habe: beim Spa­zier­gang, Sport. Ich möch­te gerne wie­der unge­zwun­gen mit Freun­den essen gehen, sie zu uns ein­la­den. Ich möch­te mei­nem Hund so gerne das Meer zei­gen und end­los lange am Strand spa­zie­ren gehen …

(8) Was macht Dich trau­rig? Was ist schwer für Dich? Was macht Dir Angst?

Sorge berei­tet mir häu­fig die Eng­stir­nig­keit vie­ler Mit­men­schen und die per­ma­nen­te Suche nach Sün­den­bö­cken, die man für die Krise ver­ant­wort­lich machen möch­te. Ganz ehr­lich … ich habe häu­fig das Gefühl, dass wir uns in Rich­tung Mit­tel­al­ter zurück bewe­gen. Schul­di­ge werde gesucht und öffent­lich angeprangert.

Ich ver­ab­scheue das, es macht mir manch­mal Angst, und es macht mich auch sehr traurig.

(9) Was macht Dich glück­lich? Wor­auf bist Du stolz? Wofür bist Du dankbar?

Ich bin vor allem dank­bar dafür, dass meine Fami­lie, Freun­de und ich selbst gesund und zuver­sicht­lich sind.

Was kommt

(10) Was ver­än­dert sich dau­er­haft für DICH / für UNS?

Gute Frage. Denn ich glau­be das ist es, was uns alle beschäf­tigt und kei­ner so genau weiß. Unse­re Gesell­schaft, Kul­tur und Wirt­schaft dekon­stru­ie­ren sich gera­de und kei­ner weiß, wie sie sich wie­der neu erfin­den wird. Es gibt so viele Sze­na­ri­en … wir wer­den sehen, wel­che sich bewahr­hei­tet. Ich per­sön­lich habe mir mal die Posi­tivs­te in den Kopf gesetzt … 😉

(11) Was hast Du Dir für die Zeit „DANACH“ gewünscht? Wor­auf hast Du Dich beson­ders gefreut?

Ich freue mich auf so viele Men­schen. Und sie auch mal wie­der „drü­cken“ zu kön­nen. Ich merke immer wie­der, wie viel mir die direk­te Berüh­rung und Kon­takt zu lieb gewon­ne­nen Men­schen gefehlt hat.

(12) Gab es im Lock­down schon kon­kre­te Pläne, Ter­mi­ne, Beruf­li­ches für „danach“?

Pläne gibt es immer eine Menge bei mir … auch ohne Coro­na 😁. Das ist oft Fluch und Segen zugleich. Aber kon­kre­te Pläne gibt es nicht wirklich …

Deine Bot­schaft

(13) Was möch­test Du noch mit­tei­len? Was möch­test Du ande­ren mit­ge­ben? Hast du einen TIPP?

Eigent­lich ist der Wahl­spruch von DOA­CHING per­fekt für uns alle in der jet­zi­gen Zeit:

Alles ist „eine Frage der Haltung“ …

 

Danke Dir für die­ses Interview!

(Darm­stadt, im Juli 2020)

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